Chronik

Besiedelung
Gramais entstand aus Almen der Großgemeinde Imst. Die Besiedelung erfolgte im 13., 14. Jahrhundert vom Inntal her, und zwar von Imst durch das Salvesental zur Maldonalpe. Von dieser drang man über das Hahntennjoch nach Pfafflar und Boden weiter über das Sattele nach Gramais.

Herkunft des Ortsnamens
Mundartlich Gramoas, zweite Hälfte des 14. Jhdts. und 1427: Gramais. Das lateinische gramen >>Gras<< ist im Romanischen lebendig geblieben, allerdings zur Bezeichnung von Unkraut. Wenn die ältere lateinische Bedeutung hier erhalten ist, dann bedeutet unser Gramais, das sicher vom lateinischen graminosa kommt = grasreiche Gegend, nach der romanischen Verwendung des Wortes gramen = unkrautreicher Boden.

Riefen
Der Name dieses Weilers leitet sich vom romanischen rovina her, das so viel wie Erdrutsch oder Mure bedeutet.

Wann die Besiedelung von Gramais begonnen hat, ist nicht bekannt. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Gramais im Jahre 1370 in einem Urbar der Herren von Starkenberg, wobei sich zu dieser Zeit nur einzelne Höfe im heutigen Ortsgebiet finden. 1427 war Gramais bereits ein Ort des Gerichts Imst und bildete eine eigenständige Wirtschaftsgemeinde. In dieser Urkunde werden 19 Feuerstellen aufgeführt, was bedeutet, dass damals 19 Höfe angesiedelt waren. 1629 wird der Ort zur Steuergemeinde, wobei sich bis zu dieser Zeit 16 Bauern aus der Leibeigenschaft befreien konnten. 1811 unter bayrischer Besatzung wurde Gramais zur politischen Gemeinde. Bis 1938 war Gramais Teil des Bezirkes Imst, in diesem Jahr erst kam der Ort zum Bezirk Reutte. Das Dorf wurde schon im Jahre 1930 elektrifiziert.

Aufgrund der mangelnden Möglichkeiten in der Landwirtschaft war der Ort immer von schwerer Armut bedroht, sodass es zu dauernden Auswanderungen kam.

Kirchengeschichte

Ursprünglich war Gramais Teil der Mutterpfarre Imst, mit der der Ort auch politisch verbunden war. Aufgrund der schwer erreichbaren Lage des Ortes erhielt Gramais aber schon bald einen eigenen Seelsorger. So findet sich ab 1690 ein Kaplan und ab 1703 ein Kurat. 1891 wurde Gramais zur selbstständigen Pfarre erhoben. Heute wird die Pfarre von Elbigenalp aus betreut.

Kirche zum Hl. Johannes dem Täufer (Pfarrkirche)
Im 17. Jahrhundert wurde eine Kapelle zum Hl. Johannes errichtet, welche 1750 vergrößert und 1824-32 neu errichtet wurde. Nach der Fertigstellung des Gotteshauses vergingen 40 Jahre bis die Kirche eingeweiht wurde.

Bilder von früher finden Sie bei Heimatmuseum Gramais